Chorleiter


Hier gibt es einige Infos über den Leiter des ModernGospelChoirs Alexander Riede!

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Kurzbiografie:

Eine Deutsch-Deutsche Geschichte


Porträt des Buckower Kirchenorganisten Alexander Riede


Dem Charme des Organisten Alexander Riede kann man sich einfach nicht entziehen. Hinter dem charmanten Lächeln verbirgt sich allerdings auch ein aufmüpfiger Geist. So kritisiert Riede beim Gospel Award 2005 mit harten Tönen den Veranstalter und die Jury. Und in Kirchenfragen liebäugelt er schon mal mit der kritischen Theologie. Sachlich bleibt er bei strittigen Punkten alle Mal. Das bringt ihm Achtung ein. Charme allein genügt eben nicht, um einen 80 Personen starkes Chor-Ensemble erfolgreich in Szene zu setzen. Was Alexander Riede auszeichnet, ist eine hervorragende musikalische Bildung, ein fest verankertet Glaube und vor allem Disziplin.
Schon mit sieben Jahren nimmt der Organist der evangelischen Kirchengemeinde Alt-Buckow Klavierunterricht. Er wächst in einem musikalischen und protestantisch gläubigen Elternhaus auf. Die frühmusikalische Prägung erfährt er durch den Großvater, Gerhard Schellig. Von ihm spricht er voller Liebe. Wenn Alexander nicht einschlafen kann, singt er ihm mit sanfter Stimme Choräle vor. Mit fünf Jahren ahmt Alexander das Klavierspiel der Mutter nach und spielt Beethovens „Für Elise“. Mit völlig falschen Fingersätzen, wie er heute sagt.
Aufgewachsen ist er in Berlin-Pankow. In der Schule nimmt er am Musikunterricht mit Orff’schen Instrumenten teil. Die Lehrer erkennen sein musikalisches Talent und raten den Eltern, der Junge solle Geige spielen lernen, weil Kapazitäten im Geigenunterricht frei seien. Nach Alexanders Wünschen wird nicht gefragt. Seine Eltern lehnen dies aber entschieden ab und ermöglichen es dem Siebenjährigen, einmal pro Woche privaten Klavierunterricht zu nehmen. Der Großvater unterstützt den jungen Alexander dabei. Die für eine künstlerische Laufbahn erforderliche Disziplin lernt Alexander jedoch an der Deutschen Staatsoper unter den Linden. Mit einer Plakataktion sucht die Oper talentierten Nachwuchs. Alexander singt vor und wird prompt angenommen. Mit sechs Jahren steht der Kleine auf der Bühne und nimmt an drei bis vier Aufführungen die Woche teil, manchmal sind es sieben. Dazu kommt die harte Probenarbeit.
Alexanders Eltern zwingen das Kind nie zu musizieren, wachen allerdings darüber, dass seine guten schulischen Leistungen nicht nachlassen. So genießt er mit der musikalischen Bildung einen großen Freiraum. Sicher hätte zusätzlicher Druck aus dem Elternhaus dem heranwachsenden Talent nicht gut getan. Denn bei den Proben und Aufführungen der Oper herrschen Disziplin und Strenge. „Besonders bei den Proben der berühmten Regisseurin Ruth Berghaus durfte kein Kind „quatschen“, sonst wurde es aus dem Stück rausgeworfen. Aus heutiger Sicht waren die Proben sehr autoritär. Wir hatten immer einen Betreuer an der Seite, der die Anwesenheit prüfte und aufpasste, das wir keine Quatsch machten.“ Bei Wagner-Aufführungen, beispielsweise Parzival, ist der Kinderchor sieben Stunden vor Ort. In den Pausen spielen sie Skat mit den Angestellten von der Schminke. Bezahlt wird die Arbeit gut. Zwischen zwei bis sieben Ostmark gibt es für Proben. Für Aufführungen werden 10 bis 40 Ostmark gezahlt. Auch an der Kinderkomparserie beteiligt sich Alexander. Ein Hobby der Kinder ist es, Autogramme von den Stars zu ergattern. Auch Alexander sammelt welche.
Mit Peter Schreier und anderen Berühmtheiten steht der Junge im Rampenlicht eines der bedeutendsten Opernhäuser der Welt. Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlangt das Opernhaus unter den Linden durch Dirigenten wie Richard Strauss und Leo Blech internationalen Ruhm. In der Weimarer Republik stehen unter anderem Dirigenten wie Wilhelm Furtwängler, Erich Kleiber, Otto Klemperer, Alexander von Zemlinsky und Bruno Walter am Pult der 1918 des in „Staatsoper unter den Linden“ umgetauften Hauses. Zu DDR-Zeiten weist es ein großes Repertoire auf. Gespielt werden neben Klassik und Romantik auch zeitgenössischen Opern. So werden „Das Verhör des Lukullus“ (1951), „Einstein“ (1974) und „Leonce und Lena“ (1979) von Paul Dessau uraufgeführt. Für Alexander war all dies Alltagsleben, an das er allerdings auch mit Freude denkt. Jäh unterbrochen wird seine Musiklaufbahn in der DDR nicht etwa mit dem Stimmbruch – den übersteht er ohne Probleme. Ein abruptes Ende kommt mit dem von den Eltern gestellten Ausreiseantrag. Alexander ist aber ganz und gar nicht schockiert. Für den nunmehr 14-jährigen pubertierenden Jugendlichen war es eine Gewissheit, eines Tages in den Westen zu gehen. „Ich war kein FDJ’ler, kein Pionier. Es war für mich also eh’ klar, dass ich in den Westen gehen möchte.“ Die protestantische Familie macht nie einen Hehl aus ihrer Religiosität und gerät dadurch politisch in eine Außenseiterrolle. Gerhard Schellig ist ein engagierter Pfarrer. Schikanen gehören von daher zum Alltagsleben der Familie. Eines Tages kommt Alexanders Lehrerin und sagt, der Junge sei zwar gut in der Schule, werde aber kein Abitur machen. Das ist das letzte Signal für die Familie, den Ausreiseantrag nach Westdeutschland zu stellen. 18 Monate später wird sie „freigekauft“. Zusammen mit den Großeltern geht es nun nach West-Berlin. Zunächst kommen sie in das Aufnahmelager in Mariendorf, dann folgen drei Monate Unterkunft in einem Heim in Reinickendorf. „Dort war es gruselig“, sagt Alexander. Zuvor wohnen dort Tamilen, dann kommt eine große Welle von Auswanderern aus Ostdeutschland. Danach findet die Familie eine Wohnung in der Nähe des Anhalter Bahnhofs, unweit der Berliner Mauer, im damaligen Randgebiet in der Wilhelmstraße. Jeden Tag kauft sich Alexander Langnese-Eis von seinem Taschengeld. „Das habe ich unheimlich genossen“, sagt er. Dabei strahlen seine Augen heute noch vor Freude. „Peppies, das sind Chips, konnte man nun essen. Das war im Osten immer ein Highlight.“
Für die Fortsetzung des Klavierunterrichts reichte das Geld der Familie zunächst nicht. Alexander bleibt aber musikalisch nicht inaktiv. Er wird Mitglied im Schöneberger Kirchenchor der Gemeinde „Zum Heilsbronnen“. Seine Eltern nehmen dort noch heute aktiv am Gemeindeleben teil, die Mutter engagiert sich im Gemeindekirchenrat. Um sein Taschengeld aufzubessern, beschließt Alexander, Geld hinzuzuverdienen. Er fragt ein Chormitglied, der als Hausverwalter tätig ist, ob er für einige Mark Ordner sortieren könne. „Ne, ne“, sagt er. „Du spielst doch Klavier, du musst Orgelvertretung machen“. „Nein, kann ich nicht“, antwortet er. Kurze Zeit später spielt Alexander auf allen Kirchenorgeln der Stadt. Nur ein Jahr Orgel-Unterricht hat er, noch in Ost-Berlin lebend, absolviert. Später, mit 24 Jahren, nimmt er erneut Klavierunterricht, bei Conradio del Rosario von der Universität der Künste. Ein Philippine, der viele Kompositionswettbewerbe gewonnen hat. Del Rosario bildet Alexander eineinhalb Jahre lang in Jazz aus. Eine wichtige Grundlage für seine spätere Arbeit als Leiter des Modern Gospel Choir. Der große Pianist Arthur Rubinstein sagte einmal in einem Fernsehinterview über den Geigenvirtuosen Sasha Heifetz, das einzige, was er lese, sei ein Telefonbuch. Auf Alexander Riede trifft das nicht zu. Schon als Kind ist er stolzer Besitzer eines Computers, zeigt gute schulische Leistungen und immatrikuliert sich nach dem Abitur an der Humboldtuniversität zum Jurastudium. Nebenher studiert er Kirchenmusik. Deshalb absolviert er das Grundstudium und pausiert in Jura mit der Absicht, das Studium später fortzuführen.
Seit 1994 ist er Organist in der Kirchengemeinde Alt-Buckow. Modern Gospel Choir, Veranstaltungen in der heimischen Kirchengemeinde, Neugründung eines Seniorenchors und nicht zuletzt der Beginn einer Diakonieausbildung haben ihn bis heute davon abgehalten, das Jura-Studium zu beenden. Das wurmt ihn sehr, weil er nicht der Abbrecher-Typ ist. Schwierigkeiten hat er auch damit, Härte dort zu zeigen, wo sie angebracht ist. Beim Casting für neue Chormitglieder. Er leidet darunter, jemanden abzulehnen. Auch wenn er weiß, dass er es aus Verantwortung gegenüber seinem vom Gospel-Chor begeisterten Publikum tut. Eine Schwäche, die man ihm sicherlich verzeihen mag.

[Quelle: Buckower Prisma Nr. 6, Februar 2006]

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Musikalische Laufbahn:

Alexander Riede ist 1973 in Berlin geboren. Er begann mit 7 Jahren mit dem Klavierspiel und sang fast 8 Jahre lang im Kinderchor der Deutschen Staatsoper zu Berlin. Nach dem Abitur studierte er Kirchenmusik an der Kirchenmusikschule Spandau (Johannesstift). Er arbeitet seit 1994 als Organist der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin Alt-Buckow.

Schnell kam er über das neue geistliche Lied zum Gospel. Intensiv sammelte er Erfahrungen im Genre Soul & Gospel in unterschiedlichen Projekten.
Er erweiterte seine zunächst klassische Ausbildung und besuchte viele Workshops und Weiterbildungen u. a. zum Kirchenmusiker für Popularmusik.
Neben dem Orgelspiel ist er als Sänger, Pianist, Bandleader und vor allem Chorleiter im Bereich Gospel und Soul aktiv. Für den auch zum Diakon (Wichernkolleg- Johannesstift) ausgebildeten Musiker ist Gospel nicht nur Musik, sondern auch Ausdruck seines Glaubens und seiner Überzeugung.
Besonders der contemporary gospel, d.h. aktuelle Gospelkompositionen sind seine Leidenschaft, der er sich mit aller Hingabe widmet.

Sein Spaß und seine Freude an der Musik übertragen sich auf alle die mit ihm zusammen musizieren. Sein expressives Dirigat hilft dem Chor den Stücken den richtigen Groove zu verleihen.
In Gospelworkshops, bei Proben und in Konzerten schafft er es mit Präsenz, Power und Humor, seine Begeisterung für den Gospel an alle Mitwirkenden und auch das Publikum zu übertragen.

Seit 2004 ist A. Riede Mass-Choir-Leiter auf dem Berlin-Brandenburgischen Gospelchortreffen.

[Quelle: www.moderngospelchoir.de]

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